| |
Hier erhalten Sie einige Informationen über "Das Projekt" das seit einigen Jahren vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium, Kevelaer in Zusammenarbeit mit der Firma Welbers Kieswerke durchgeführt wird. 2003 Bericht aus der Rheinischen Post vom 02.12.2003 Nach dem Kies kommen die Kröten "Viele Schüler erkennen am Wegrand höchstens noch Gänseblümchen", sagt Theo Mohn und lächelt. Seine Schüler, das wünscht sich der Lehrer des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums, sollen nicht an dieser Bildungslücke leiden. Just auf dem Abgrabungsgelände der Kieswerke Welbers in Wemb sollen die Neuntklässler aus Kevelaer enge Bekannschaft mit Flora und Fauna schließen. Die Firma hat das Areal zur Renaturierung vorgesehen - alles bleibt dem Lauf der Dinge überlassen. "Ein solches Projekt gibt es hier zum ersten Mal", sagt Mohn. Üblicherweise werden die Areale nach dem Abräumen wieder an Landwirte verpachtet. Eigentlich schade, dachte sich Welbers Geschäftsführer Paul Schaffers. "Ich habe diese Brachflächen immer als schön empfunden." Wind und Vögel tragen Samen herbei, übers Jahr sprießt eine Wundertüte an Pflanzen. Schaffers, dessen Sohn das Gymnasium besucht, fragte prompt Biologielehrer Theo Mohn, ob er sich mit den Schülern um ein solches Gelände kümmern würde. Mohn fand die Idee glänzend. "Zunächst haben wir die Fläche vermessen", erzählt der Studienrat, "die Schüler sind mit Maßbändern losgezogen." Das Ergebnis: 200 Meter lang, 30 Meter breit. In einer Rinne sammelt sich Grund- und Regenwasser. Die ersten Badegäste sind schon da. "Wir haben Kreuzkröten gesehen." Auch einen Sandregenpfeifer und den höchst seltenen Schwalbenschwanz, einen Falter, hat Mohn schon erspäht. Einmal im Monat pilgert der Differenzierungskurs zum Biotop und studiert die Arbeit von Mutter Natur. "Die Schüler sollen beobachten lernen, ein differenziertes entwickeln", hofft Theo Mohn. Statt die Wiese vor lauter Gräsern nicht zu sehen, sollen die Jugendlichen sich auf Details konzentrieren, einzelne Pflanzen und ihre Entwicklung studieren. "Interessant", zieht ein Schüler erste Bilanz, "auf jeden Fall besser, als im Klassenraum zu sitzen." Zwei Jahre lang wird der Kurs zusammenbleiben. Ob es dann mit den Naturstudien weitergeht, lässt Theo Mohn offen. "Mal sehen, ob es dann noch neue Entwicklungen gibt." 2004 VegetationsuntersuchungDie vorhandenen Pflanzen wurden mit den Schülern ab April 2004 bestimmt. Pflanzenliste Hungerblümchen Acker-Schmalwand Hirtentäschelkraut Barbarakraut Huflattich Löwenzahn Hundskamille Gemeines Greiskraut Gift-Hahnenfuß (in einer Pfütze) Persicher Ehrenpreis Acker-Ehrenpreis Gewöhnliches Hornkraut Saatwicke
nicht blühend: Flatterbinse, Rohrkolben, Schilfgras, Weidenkeimlinge (siehe Bild 4/2004) Die Pflanzenliste zeigt vor allen ein- und zweijährige Pflanzen, die als erste offene Freilandflächen besiedeln. Die Bewuchsdichte liegt im April 2004 bei rund 10%. Tag der Artenvielfalt - Kieswerk Wemb (2004) Rote-Liste-Arten I. Pflanzenarten Aira caryophyllea Alopecurus aequalis NRW Carex oederi Corynephorus canescens Juncus squarrosus II. Tierarten Bufo calamita Sylvia communis Saxicola torquata Riparia riparia Perdix perdix Vanellus vanellus Coenagriion hastulatum Omophron limbatum Cicindela hybrida NRW Broscus cephylotes | Nelken-Haferschmiele Rotgelber Fuchsschwanz Oeders Gelbsegge Silbergras Sparrige Binse Kreuzkröte Dorngrasmücke Schwarzkehlchen Uferschwalbe Rebhuhn Kiebitz Speer-Azurjungfer Ufer-Laufkäfer Dünen-Sandlaufkäfer Kopfkäfer | RL 3 3 3 3 3 3 3 2 3 3 3 2 3 3 3 | Außerdem erhalten Sie hier noch weitere Informationen zur Roten Liste. 2005 Im Mai 2005 besuchten die SS des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums das Renaturierungsgelände, um die Veränderung der Vegetation aufzunehmen:
Dabei wurden folgende Beobachtungen gemacht: Aufnahme der Häufigkeit der Keimlinge pro Quadratmeter
Am rechten Bildrand erkennt man ältere Weiden und Traubenkirchen, deren Samen zur Besiedlung der Freifläche führten.
Selbst auf reinem Sand keimen Traubenkirschen, wenn er zur geeigneten Zeit feucht genug war. Nur auf wenigenQuadratmetern trockenem Sand fanden wir keine Keimlinge.
Traubenkirschenkeimlinge im 2. Jahr auf Kies 2006 Auch im Jahr 2006 besuchten die SS des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums wieder das Renaturierungsgelände und dabei wurden folgende Beobachtungen gemacht: Das trockene Gelände ist größtenteils mit jungen Bäumchen bewachsen. Es dominieren eindeutig die in vielen Forsten gefürchteten Traubenkirschen (ca. 80% des Jungwuchses !) Daneben finden sich aber auch Jungbäumchen der Waldkiefer, Sandbirken und verschiedene Weidenarten. Im mittleren Teil des Geländes wurden 5 Zierbirnen (Heister) angepflanzt. Direkt am Anfang des Renaturierungsgebietes sowie in den Randbereichen erreichen die Bäumchen schon 2-3 m Höhe. In der einst abgeschobenen Zentralfläche bleibt die Wuchshöhe in 2006 zwischen 0,5 und 1 m Höhe. Trockene, offene Sandflächen werden immer kleiner. Selbst die bei sinkendem Wasserstand frei werdenden Unterwasserflächen werden schnell von der Krötenbinse besiedelt. Die Zusammensetzung der Krautvegetation hat sich 2006 im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert, allerdings in ihrer Häufigkeitsverteilung. So wurden die Binsengewächse zahlreicher. Leider wird der Hang gelegentlich von Motocrossfahrern in Mitleidenschaft gezogen.
Die Schüler fanden die Vielzahl der dort vorkommenden Pflanzenarten verwirrend, so dass sie sich bei deren Bestimmung überfordert fühlten. Sie schafften in der Untersuchungsstunde nur wenige Arten. 2007 Am 31.05.2007 war wieder eine Gruppe des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums vor Ort in Wemb.
2008 Hier sehen Sie einige Aufnahmen des Geländes aus dem Jahr 2008.

2009 Auch im Jahr 2009 war wieder eine Gruppe vom Gymnasium vor Ort (13.05.2009) und hat sich die
Entwicklung der Fläche angeschaut.
Am 17.06.2009 waren die Schüler noch mal vor Ort. Dort wurden die Schüler in drei Gruppen aufgeteilt
und jeder Gruppe wurde eine Teilfläche zugeteilt. Von den Schülern wurden dann alle Pflanzen die auf dem Teilstück standen bestimmt. Eine Auswertung dieser Bestimmung können sie durch ein Klick auf den folgenden Link downloaden: Hier sehen Sie noch zwei Vögel die in diesem Jahr von den Schülern auf dem Gelände beobachtet wurden. |
|
  Renaturierungsfläche                    
|